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« Juni 2005 | Start | August 2005 »

28. Juli 05

Star Wars, neue Folge

Laserstrahlen, die durch den Weltraum flitzen und feindliche Flugobjekte zerschneiden? Roboter, die anstelle von Menschen an der Front eingesetzt werden? Punktgenaue Angriffe aus dem Orbit um einen Planeten auf Ziele auf den Boden? Zerstörung von Kommunikationseinrichtungen, Industrieanlagen und Handelshäfen durch Projektile, die sich durch ein Global Positioning System selbst orientieren? Störung des feindlichen GPS, um feindliche Projektile lahmzulegen? Das alles haben wir doch schon im Kino gesehen, wenn auch in wechselnder Qualität. Durch Zufall (es gibt keine Zufälle...) gelangte ein Dokument in die Hände der Bootsektor-Redaktion, das als Drehbuch für den mit Spannung erwarteten nächsten Teil der Star-Wars-Saga gelten kann...

"Auf lange Sicht könnte unsere nationale Sicherheit davon abhängen, ob wir die Kontrolle über den Weltraum gewinnen", schreibt General Bernard A. Schriever. Aus seinem Artikel geht hervor, dass er völlig sicher ist, zu wissen,  wovon er redet. Sein Kollege General Lance W. Lord meint dazu: "Kontrolle über den Weltraum ist die Zukunft der Kriegführung. Wir können keinen Krieg gewinnen, ohne die Anhöhen zu besitzen, und die Anhöhen befinden sich im Weltraum". Interessant. Anscheinend geht das schon eine Weile, jedenfalls bemerkt Lt Col G.W. Rinehart im selben Zusammenhang: " In den frühen 90er Jahren des 20sten Jahrhunderts rühmten viele den Golfkrieg als den ersten Weltraumkrieg". Irgendwie richtig, schon damals setzte das US-Militär im grossen Stil GPS-gelenkte Waffen ein, die ohne ein funktionierendes Netz von Navigationssatelliten nirgendwohin geflogen wären, auch nicht in irakische Wohngebiete.

Die Rechtfertigung für die Star-Wars-Aufrüstung bringt schliesslich Senator Palpatine... Moment, zu jener Zeit hiess er noch anders... Donald H. Rumsfeld, US Secretary of Defense: "Unser Ziel ist es nicht, den Krieg in den Weltraum zu tragen, sondern ihn eher gegen diejenigen zu verteidigen, die das vorhaben". Klarer kann man's ja wohl nicht ausdrücken: wo immer Massenvernichtungswaffen in die Hände von Terroristen gelangen können, wird das US-Militär einschreiten. Und wenn's im Weltraum ist, der ja im Moment nur durch wenige wechselnde Wissenschaftler in einer mehr oder weniger internationalen Raumstation (ISS) besiedelt ist, die noch dazu auf völlig veraltete, aber hartnäckig funktionierende russische Raumkapseln angewiesen sind, weil die nicht ganz so veralteten US-Space-Shuttles bereits aus einander fallen.

Aufgeklärte Zeitgenossen wissen bereits seit längerem, dass es im Irak nie Massenvernichtungswaffen gegeben hat, ebensowenig wie in den Tropfsteinhöhlen der Hindukuschflanken. Also was? Im erwähnten, 62-seitigen Originaldokument "High Frontier: The Journal for Space & Missile Professionals", Untertitel "Mission: To defend the United States of America through the control and exploitation of space", herausgegeben vom Hauptquartier der Air Force, Space Command Peterson Air Force Base, Colorado, findet sich ein Ausweg aus der Besserwisserfalle der Massenvernichtungsblamage. "Wähle unerwartete Marschwege, um den Feind dort anzugreifen, wo er unvorbereitet ist" schrieb Sun Tsu in seinem Buch "Die Kunst des Krieges", und "Eine kleine, aber vorbereitete Streitmacht kann oftmals einen stärkeren, aber unvorbereiteten Feind in einem Überraschungsangriff schlagen", das wusste schon Mao Tse Tung. Da haben wir's! Die Chinesen! Die, wie Spionage-Fotomaterial belegt, an einem nuklear betriebenen Laser arbeiten, um damit US-Satelliten aus dem Orbit zu brennen. Die ausserdem am sogenannten "Galileo"-GPS-System dieser Europäer beteiligt sind. Satellitenabschusseinrichtungen + eigenes GPS-System = Weltraumüberlegenheit! Nicht wahr?

Aber nein, will der geschätzte Bootsektor-Leser jetzt abwinken, so schlimm ist es doch gar nicht. Die wollen doch nicht wirklich unsere Satelliten abschiessen, nur weil die Chinesen sie mitbenutzen könnten. Nur wegen so ein paar Ölquellen. Oder wegen dieser kleinen, schadstoffverseuchten Industrie-Insel im chinesischen Meer. Oder wegen einem Monopol in Satelliten-Navigation, und einem potentiellen Monopol bei Satelliten-Kommunikation und -TV-Übertragung. Ach was. Alles halb so wild. Hat doch alles seine Ordnung.

US-Richter Souter: "Wir sind überzeugt, dass jemand, der eine Einrichtung oder ein Gerät vertreibt mit der Absicht, die Verletzung des Urheberrechts zu fördern, abzulesen an eindeutigen Aussagen oder Schritten, die eine solche Verletzung begünstigen, auch für daraus folgende Handlungen Dritter verantwortlich ist". (MGM vs. Grokster)

Der Sprecher des Weissen Hauses, Scott McClellan, in Washington: "Der Präsident ist davon überzeugt, dass der Hersteller eines legalen Produktes nicht für einen kriminellen Missbrauch seiner Produkte durch Dritte verantwortlich ist". (im Fall von Feuerwaffen)

Für den Fall, dass jemand das oben mehrfach zitierte Originaldokument des US-Weltraumkommandos lesen möchte, sollte er sich über mögliche Nachteile im Klaren sein. Auf der Website ist zu lesen: "WARNING! Unauthorized use could result in criminal prosecution." Ich hab's euch gesagt! [fe]

Juli 28, 2005 in Hart & Halbleitend | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack

27. Juli 05

Kostenexplosion durch Monopole und Korruption

Zwar entwickeln sich die Wirtschaftsdaten positiv, grosse Firmen machen rund um den Globus mehr Geld als je zuvor, aber gleichzeitig nehmen Korruption und Monopolmissbrauch zu. Die Kosten dafür werden wie immer auf den Verbraucher umgelegt und dämpfen somit die wirtschaftlichen Aussichten. In den letzten Tagen haben sich ein paar Beispiele angesammelt, die zeigen, wo denn die Rekordprofite versickern. Hoch-intellektuelle Zeitgenossen wie der typische Bootsektor-Leser mögen ja bekanntlich keine Klischees, deshalb muss ich mit dem Ausdruck unendlichen Bedauerns vorausschicken, dass es auch hier um die üblichen Verdächtigen geht. Harte Zahlen, die harte Vorwürfe belegen. Hier also drei dicke Bremsklötze für unsere Wirtschaft...

SonyBMG, frisch elefantenverheirateter Musik-Doppelkonzern, hat sich bereit erklärt, im Angesicht eines vom New Yorker Generalstaatsanwalts Eliot Spitzer eingeleiteten Strafverfahrens mal schnell 10 Millionen Peanuts, äh, US-Dollar an Strafe zu bezahlen und zu versprechen, dass die Bestechung von DJs und Radiosendern ab sofort ein Ende hat. Wer's glaubt, erhält gratis ein Kamel mit integriertem digitalem Nadelöhr. Die anderen drei Musikkonzerne, meint Herr Spitzer, können mit entsprechenden Anklagen rechnen, das mit SonyBMG sei erst der Anfang. Er legte der Presse Emails vor, in denen mal eben für einen Playlist-Eintrag ein neues Notebook gefordert wird, der Radio-DJ mit drei Freunden auf ein Weekend in Miami eingeladen oder der verantwortliche Musikredakteur für die bevorzugte Promotion einer neuen Band einen Wunsch frei hat. Wörtlich: "Whatever you can dream up, I can make it happen". Wir wollen nicht wirklich wissen, wieviel Geld für solche Korruptionspraktiken draufgeht, um wieviel statt dessen Audio-CDs billiger werden würden und warum unsere Politiker das Geheule von Milliardenverlusten durch - wie wir wissen - nicht existierende Privatpiraten glauben.

Die EU-Politiker in Brüssel jedenfalls sind dem Geheule über Riesenverluste durch letztlich legale Privatkopien nicht ganz abgeneigt, deshalb stellen sie keine Radiolizenzen an Internetprovider für die Verbreitung von kopierten MP3s aus, sondern wollen die Lizenzierung an nationale Verwertungsgesellschaften in der 25 EU-Ländern vereinheitlichen. Die deutscheste aller Verwertungsgesellschaften, die GEMA, warnt bereits öffentlich vor einer solchen kostendämpfenden Vereinfachung, durch die ein Online-Musik-Shop nur noch bei einem nationalen Verwerter eine Lizenz kaufen muss. Das würde ja freien Wettbewerb bedeuten! Heilige Mutter Gottes, steh den armen nationalen Verwertungsmonopolen mit knapp einer Milliarde Euro Jahresumsatz bei! Vor allem weil im Interesse der Eindämmung von böser Piraterie ja sicher auch die ROMS (die russische GEMA) bald einen Assoziationsvertrag mit der EU unterzeichnen wird und damit AllofMP3 auch hierzulande legal wird, egal, was die Anwälte der Musik-Konzerne in ihren lustigen Abmahnungsschreiben so formulieren (Kopie des fehlgeschlagenen Abmahnversuchs liegt dem Bootsektor vor).

In Australien scheint ja angeblich dauernd die Sonne, die Känguruhs schauen einem beim Surfen zu und alles ist irgendwie etwas relaxter. Heisst es. Jedenfalls war die dort ansässige Analysten-, Trainings- und Consultingfirma Cybersource so relaxt, dass man mal in aller Ruhe durchrechnen konnte, was das Quasi-Monopol vom Microsoft im Bereich Betriebssysteme und Office-Suites denn unserer Wirtschaft und unsere Verbraucher denn jedes Jahr so kostet. Das wären dann einmal 6,3 Milliarden Euro jährliche Microsoft-Steuer rund um den Erdball, danke. Der Rechenvorgang ist im Pdf der Studie nachzulesen. Viel Spass. [fe]

Juli 27, 2005 in Servicefreie Zone | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack

25. Juli 05

Microsoft ist Deutschland

Was wir schon lange vermuteten: US-amerikanische Metaphern-Jongleure haben herausgefunden und per Kartenmaterial dokumentiert, dass es untergründige Verbindungen zwischen IT-Konzernen einerseits und Nationen andererseits gibt. Kaum veröffentlicht, trugen Leser weitere Geographisierungen bekannter Markennamen aus der von uns allen geliebten Informationsindustrie nach. Das Ergebnis regt zum Nachdenken an und darf wie immer im Bootsektor diskutiert werden. Ausserdem wollen wir heute der Frage nachspüren, was es mit derlei Metaphern und Morphisierungen auf sich hat, wie sehr sie (wie im aktuell dargestellten Fall) in die Irre führen können und wie diese Eigenschaft zur Profitmaximierung eingesetzt werden kann. Aber zunächst zu den Fakten...

So sieht es die US-Technorati-Intelligentsia auf der Zephoria.org:

Microsoft ist Deutschland: Sie haben in der Vergangenheit ein paar schlimme Dinge getan, man weiss aber keine Details mehr, hasst sie nur noch irgendwie. Sie sind eigentlich nicht schlimmer als andere Firmen oder Länder, aber man misstraut ihnen trotzdem, weil... weil man es eben schon immer tut.

Yahoo ist Japan: Sie hatten eine Wirtschaftskrise, an der sie beinahe draufgingen und sie sind einfach viel zu nett zu den andern bösen Imperien. Sie haben schon lange nichts Neues gebracht, aber sie entwickeln Produkte für den durchschnittlichen Benutzer weiter. Sie versuchen derzeit, Kultur in einer süsslichen, verkleinerten, putzigen Form zu verkaufen, die wir irgendwie mögen und irgendwie verachten.

Google sind die United States: Sie wurden nie im grossen Stil auf heimatlichem Boden angegriffen. Sie sind arrogant und die Elite liebt sie. Man sollte sie irgendwie dafür respektieren, dass sie besser sind als andere, oder es zumindest von sich glauben, aber man mag sie nicht so richtig, weil sie so reich und mächtig sind. Aber sie haben coole Spielsachen.Allegory_450

Das ist natürlich eine etwas einseitige Weltsicht. Ich glaube, deutschsprachige IT-Freunde würden die Analogien anders ziehen. Trotzdem will ich euch die folgenden Vergleiche nicht vorenthalten:

Apple sind die Niederlande: ein wenig abgehoben, machen mit Gegenkultur rum und bringen sie in den Mainstream, völlig design-vernarrt, alle Kiffer stehn drauf, und sie sind gut darin, mit den grossen Tieren gut auszukommen.

Sun sind Frankreich: Ein bischen langsam, verteidigen sie sich gegen Vorwürfe, selbst böse zu sein, mit dem Hinweis auf ihre Rolle in einer Revolution vor hundert Jahren, an die sich keiner mehr erinnert.

SCO sind Nord Korea: klein, völlig unbedeutend und völlig von der Anstrengung ausgezehrt, den Erfolg mit allen Mitteln herbei zu zwingen.

Grokster sind Cuba: Überfressene, dem Untergang geweihte Supermächte erklären sie zu einem bösen und gesetzlosen Schurkenstaat, selbst lange nachdem jeder begriffen hat, wie unsinnig diese Vorwürfe sind. Dieses Drama macht sie natürlich einem Ort, der ganz besonders populär und sexy ist und zu dem jeder mal hinwill.

Klasse, oder? Ich fand diese Metaphern spontan zum Kringeln lustig. Aber da fällt mir noch so ein Vergleich ein:

Raubkopierer sind Verbrecher: Schwerbewaffnete, düster vermummte Gestalten brechen, anzunehmenderweise mit Hilfe von Dynamit und gestohlenen LKWs in Banktresore ein, fotografieren die Berge von Goldbarren und Geldscheinbündeln und verschwinden wieder, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Polaroids tauchen wenig später im Internet auf und kursieren dort ungehemmt, was aber keinen Einfluss auf reale Kontenbewegungen oder sonstige Bankgeschäfte hat.

Im Ernst: Wer im grossen Stil Produktfälschungen zum Verkauf anbietet, fällt hierzulande und anderswo unter das Strafrecht. Wer dagegen nicht-materialle Kopien zur Betrachtung anbietet und damit nachweislich keinen Nachteil für die kommerzielle Verbreitung der Originale bewirkt, verstösst maximal gegen den Passus unseres und anderer Urheberrechte, nach dem der Urheber allein das Recht auf Verbreitung seiner Schöpfung hat. Das Internet ist demnach also ein Piratenradiosender, den man aber nicht ohne Verstoss gegen das Postgeheimnis stillegen kann. Also gehört eine Lizenzvereinbarung dafür ins Telemediengesetz, ganz egal, was IP-Handels-Barone wie von SonyBMG, EMI, TimeWarner oder Universal sagen (die ja auch keineswegs die Interessen der Urheber vertreten, im Gegenteil). Damit der Schwachsinn endlich mal ein Ende hat. Also gut. Ein Vergleich noch:

SonyBMG, EMI, TimeWarner und Universal (plus MGM und die andern Hollywoodkraken) sind die Kurfürstentümer und Reichsmarken einer längst niedergegangenen vorindustriellen Ära, die von einem kompletten Austausch der Märkte und Distributionsformen weggefegt wurden, auch wenn sie einen beträchtlichen Teil ihrer teilweise pathologisch hohen Profite zur Bestechung ganzer Regierungen verwendeten. Aber auch im 21sten Jahrhundert besitzen sie bzw ihre Nachkommen noch ein paar hübsche Schlösschen und Landgüter... [fe]

Juli 25, 2005 in PC vs. Copyright | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

21. Juli 05

Das IT-Kettensägen-Massaker

Wer das berühmte B-Movie "The Texas Chainsaw Massacre" von Tobe Hooper kennt, weiß, dass es bei der US-Unterhaltungsindustrie ohne Blut nicht abgeht - der US-Präsident, der aus dem genannten Landstrich kommt, hat es eindrucksvoll bewiesen; der Einfluss der Geldgeber aus den Medienkonzernen hat sich dann auch ausgezahlt. Wenngleich die Unterhaltung aus dem Irak-Studio des Senders USA von Zeit zu Zeit abdriftete. Und was hat das mit der IT-Branche zu tun?

Na ja, Komisch ist es schon, dass ausgerechnet eine Computerfirma aus Texas stetig Leute einstellt, während die Blutbäder anderswo stattfinden....

Aber was reden wir von Blutbädern! Es geht doch hier viel gesitteter zu, bei uns in der IT-Branche! Rot könnten da höchstens die Kündigungsbriefe sein - aber in den USA sind die immer grün (Oder was meinen Sie, warum die grüne Partei in den USA so wenig Anklang findet?).

Chainsaw_massacre_plakat_75 Und in Deutschland? Nun, die Schlachter, die im texanischen Film noch heftig zuschlagen dürfen, sind hier zum Großteil schon arbeitslos. Sie werden nämlich schrittweise ersetzt - durch billige Freiberufler aus Polen oder Tschechien. Spiegel und Stern bringen regelmäßig Berichte über diese Misere der EU-Dienstleistungsrichtlinie (hier als PDF-Dokument der EU einzusehen). Es ist nur ein langsamer Wechsel, ganz ohne Blut und nur mit wenigen Tränen. Ach, doch Tränen, sagen Sie? Okay, mit vielen Tränen, es gab schließlich auch Hochwasser hier...

Aber wir sollten uns nicht beschweren: Noch sind wir in der IT-Branche unter uns (Deutschen, Amerikanern und Indern). Doch wie auch damals, als Tobe Hooper mit seinem Film die Welt schockierte, geht diesmal das große Schlachten wieder in den USA los. Die größten IT-Branchen-Kündigungwellen der Welt wurden von New York aus (IBM) und im Silicon Valley (HP) gestartet. Jeweils 14 500 Jobs werden gnadenlos gekillt.

Alles halb so schlimm!

Keine Sorge, Deutschland! Selbst, wenn hier einige der IT-Jobs bei den hiesigen Niederlassungen der Amerikaner flöten gehen und nach Osteuropa verlagert werden, gibt es eine gute Nachricht: Die Schlachter bekommen wieder Arbeitsplätze, und zwar gleich ganz oben! Sie heißen nun eben Manager und richten ihre Blutbäder etwas feinfühliger aus als der Kettensägenmörder im Film.

Da sage noch einer, es gäbe keine Aufstiegschancen! "Die Rache der Kettensägen-Schlachter" - wo du mich auslagerst, verlege ich deinen Job. Dass es nicht immer so gut funktioniert, wenn Schlachter und Erbsenzähler (ist fast das gleiche, oder?) in der falschen Branche am Werk sind, merken so langsam einige der Outsourcing-Vorreiter: Sie holen ihre Arbeiten wieder zurück ins Inland. Dass die Firmen damit Probleme haben würden, hatten sie ja schon geahnt. Sogar in den europäischen Outsourcing-Zielen macht man sich Sorgen - denn man lagert weiter aus, sogar aus Korea. Oder Indien. Übrigens: Die Inder investieren jetzt zurück nach in Europa, mit dem Geld, das wir ihnen zuvor zugeschustert hatten.

Also, liebe HP- und IBM-Mitarbeiter - es kommt ja alles wieder zurück, nur keine Sorge. So, und nun muss ich mir erstmal eine große Schlachtplatte holen - denn es ist am Ende sowieso alles Wurst! (mk)

Juli 21, 2005 in Hart & Halbleitend | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

13. Juli 05

Deutschland, Lummerland vorinstalliert

Neulich, im Plus-Markt: Ich habe eines von den Schnäppchen gekauft, über die wir berichtet hatten. Super, ein Navigationssystem für 333 Euro - das preiswerteste von allen, mit einem vollwertigen PocketPC und einer Speicherkarte, auf der schon die Deutschlandkarte installiert ist. Angeschaltet, losgelegt. Super, so muss es sein!

Das Navi-System hat ein tolles Feature, das ich gar nicht erst raussuchen muss: Sprachverwirrung!

Suche ich in der Software von Navteq auf dem Micromaxx-PocketPC (ein Gerät von Medion) nach dem Flughafen München, finde ich ihn erst einmal nicht. Jedenfalls nicht unter "F" wie Flughafen. Nein, das steht unter "Sonderziele" als "Luchthavn". Wie bitte? Ja, Luchthavn!

Und ganz toll: Es sind sogar die Abflug- und Ankunfts-Gates mit entsprechenden Parkplätzen eingespeichert. Auch nicht auf Deutsch, nicht mal in Englisch. Will ich jemanden abholen, suche ich aus der Liste das Terminal und "Ankomst", damit mich das System mit dem langsamen GPS-Empfänger dort hin bringt.

Da muss wohl von Ikea gesponsert sein, dachte ich mir. Schließlich sind die ganz in der Nähe. Neulich haben die ja auch ein "Midsommarfest" gefeiert. "Luchthavn" ist aber nicht nur dänisch, sondern auch norwegisch. Ja, da wo die tollen alternativen Browser von Opera herkommen!

Sprach-Papperlapapp! Wir wissen nun: In der IT-Branche kann man nicht mehr, wie in den 80er-Jahren, alles amerikanisch/englische nachahmen und automatisch Erfolg dabei haben. Nein, wir brauchen neue Vorbilder! Was ist da besser als die Norweger? Okay, okay, da habt Ihr mich erwischt! Besser ist natürlich das "Lummerland".

Deutsche Anwaltskanzleien (Jim Knopf?) und ihre Auftraggeber aus der Musikindustrie (König Alfons der Viertelvorzwölfte?) halten sich aber noch an US-Vorbilder - wenn es mal mit den eigenen Ideen nicht klappt, verklagt man eben andere, um so ein bisschen Geld einzunehmen. Leute, das funktioniert hier nicht! Die Welt ist international, wegen den Russen von AllofMP3.com kann man doch niemanden in Deutschland verklagen! (Achtung, dies ist nicht verlinkt - darf ja keiner mehr!). Und die zahlen ja auch ganz brav an russische Verwertungsgesellschaften, sind also legal. Was aber manche deutschen Rechtsverdreher nicht begreifen - denn sie agieren nach US-Vorbild, wo man einfach erst mal die ganze Welt verklagt.

Vielleicht hat man ja Glück und bekommt einen ahnungslosen Richter zugewiesen... das hat schon mal geklappt mit der Klage im Auftrag der IFPI gegen einen Link. Schon am Morgen nach dem Urteil erreichten zahlreiche Abmahnungen Menschen, die im Internet über die preiswerten russischen Online-Musikstücke berichteten - einen Abzockvorwurf mag da natürlich keiner konstruieren! Wir schon gar nicht! Die Auftraggeber mit dem tollen amerikanisch-japanisch-deutschen Kürzel "So nie, Biieh-Ämm-Dschiiie!" mögen eben keine Billigpreise, weil sie im Hochlohnland Deutschland als Musikmanager überleben müssen.

Am schönsten ist es noch im Lummerland, da geht einfach alles. Aber nachdem dort Lokomotivführer Lukas (Parallelen zu bestimmten Managern ziehen Sie besser selber) seinen Zug ins Verderben lenkt, geht ihm auf: Es fehlt ein gutes Navigationssystem. Wir haben da übrigens was Norwegisches, für 333 Euro... Da müssen wir nur noch das Ziel "Erfolg" einspeichern - wie heißt das eigentlich auf Norwegisch? [mk]

Juli 13, 2005 in PC vs. Copyright | Permalink | Kommentare (5) | TrackBack

12. Juli 05

Der noch grössere RocknRoll-Schwindel

Es geht nicht um's Geld: mit Musik und Film wird jedes Jahr mehr Geld verdient als je zuvor. Und nachdem Künstler nach wie vor maximal einstellige Prozentbeträge vom Endverkaufspreis ihrer Werke abkriegen, bleibt auch von den steigenden Umsätzen genug in den Geldspeichern der Medienkonzerne liegen. Es geht um die Kontrolle: deshalb nimmt die deutsche Musikindustrie kein Geld von der russischen Gema (Roms) an. Die bekommt das Geld völlig legal von der russischen Firma AllofMP3.com, die den MP3-Download völlig legal anbietet und dafür alle vorgeschriebenen Lizenz-Gebühren entrichtet. Nur: AllofMP3 bietet den Download eines Songs für weit weniger an als das die Musikindustrie möchte. Deswegen versucht das Musik-Kartell derzeit, Berichterstattung über AllofMP3 mit anwaltlichen Abmahnungen und Klageandrohungen zu unterbinden. Wann wird Google verklagt? Die Nutzer kümmern sich inzwischen einen feuchten Kopierschutz um diese Zensurbemühungen: Tauschbörsen werden nachweislich immer stärker genutzt, in diesem Jahr zum ersten Mal auch trotz des Sommerwetters. Die Situation wird immer klarer...

Der noch grössere RocknRoll-Schwindel funktioniert so: du entdeckst, dass du selbst leider völlig unmusikalisch und ohne schauspielerische Fähigkeiten bist und bietest daher einem Künstler an, ihm beim Verkauf seiner Werke behilflich zu sein. Du organisierst die Vervielfältigung, machst ein etwas Werbung, bringst die Ware in die Läden, leihst dem Künstler ein wenig Geld für Tabak und Kaffee, gibst Parties, auf denen du den Künstler deinen Freunden vorstellst, rechnest die Ausgaben für die Parties als Marketing-Kosten ab, kaufst dir von den Umsätzen mit den Werken deiner Vertragskünstler ein Penthouse, rechnest auch das als Marketing-Kosten ab, weil dort ja demnächst auch eine Party stattfindet, mietest ein Bürohochhaus in der Grosstadt deiner Wahl und erzählst jedem, der dort vorbeikommt, du würdest Musik produzieren, wüsstest was gefragt ist und dass Künstler ohne deine Branchenerfahrung grundsätzlich aufgeschmissen sind. Das kannst du auch völlig ohne Selbstzweifel in der Öffentlichkeit behaupten, weil dein Leben entlang einer dünnen weissen Linie zum Erfolg führt.

Ein winziges Problem gibt es noch: Das bekanntlich völlig veraltete Urheberrecht. Das beharrt nämlich darauf, dass alle künstlerischen Leistungen keine Ware sind, nichts Materielles, und dass der Künstler allein darüber verfügen darf. Also: eine Kopie ist kein Diebstahl sondern maximal ein Verstoss gegen das alleinige Recht auf Verbreitung, von dem es aber legale Ausnahmen gibt. Deswegen bezahlen Radio- und Fernsehsender auch Lizenzgebühren, die über Verwertungsgesellschaften wie die deutsche Gema oder die russische Roms and die Künstler und ihre geschäftlichen Vertreter ausbezahlt werden. Das lässt sich nicht anders handhaben als über solche Pauschalen, weil Sender ja keine materiellen Kopien verbreiten, sondern sozusagen nur die künstlerische Information.

Genau wie Tauschbörsen, wo Musik- und Filminteressierte ja auch keine Originale bekommen, sondern diese nur mal anhören oder anschauen können, um zu entscheiden, ob sie die CD kaufen oder am Samstag im Kino diesen Film anschaun. Weil manche Tauschbörsennutzer diese künsterlischen Informationen auch speichern, gibt es schon lange eine Abgabe auf leere Musik- und VHS-Kassetten, CD-Rohlinge, Festplatten. Diese Lizenzen werden auch über die Gema, die Roms und ihre Schwestern abgerechnet.

Nun versuchen visionäre Jungunternehmer schon seit Jahren, ein solides Geschäftsmodell aus dem Tauschbörsenbetrieb zu machen: die Tauschbörsen-Website verdient Geld mit Online-Werbung oder erhält Beiträge von ihren Nutzern und bezahlt davon die Lienzgebühren an die Gema, Roms und die andern Gesellschaften mit öffentlichem Auftrag. Das versuchte Shawn Fannings mit Napster. Und wurde wegen angeblicher Copyrightverletzung aus dem Geschäft geklagt, ohne dass Beweise für eine Beeinträchtigung des Ton/Video-Träger-Umsatzes vorlagen. Seine Anfragen zur Lizensierung wurden abgewiesen.

Napster ist jetzt der Name einer Firma, die Musik vermieten möchte: du darfst sie anhören, solange du monatlich bezahlst. Was aber die Kernzielgruppe Studenten nicht interessiert. Um kommerziellen Download-Websites zu einem reibungsloseren Geschäft in Europa zu verhelfen, plant die EU eine Vereinheitlichung der nationalen Lizenz-Systeme. Wie lange dauert es dann, bis Russland sich diesem Verfahren anschliesst? Wie lange dauert es also, bis AllofMP3 gegen den Widerstand der grossen RocknRoll-Schwindler mit iTunes gleichgestellt wird? Durch die Bemühungen der Musik-Kartell-Anwälte wurde AllofMP3 erst so richtig bekannt und verzeichnet nun steigende Umsätze. Babylon will fall. Wir können uns jetzt, gerne auch mit einem Drink in der Hand, bequem hinsetzen und zuschauen, wie die dünne weisse Linie immer dünner wird und schliesslich endet. [fe]

Juli 12, 2005 in PC vs. Copyright | Permalink | Kommentare (14) | TrackBack

07. Juli 05

Informatiker sind Sexualtäter

Jetzt ist es 'raus: der Information Overkill macht das Gehirn weich und schafft den kriminellen Energien freie Bahn. Vor allem in Verbindung mit Drogen, die in diesen Kreisen gerne zur Leistungssteigerung eingeworfen werden. Steht alles im Züricher Tagesanzeiger. Sexualdelikte. Bluttaten in der eigenen Familie. Gehirn ausser Kontrolle. Steigerung der Fantasie durch Kokain. Durchgebrannte Fantasiesicherungen. Nortwendige Aufsichtsorgane für Informatiker. Und hier die Originalmeldung:

Der Dobschat hats als erster gesehn. In nem anderen Blog. Richtig, genau dafür gibts Blogs. Um Informatiker vor Missverständnissen zu bewahren. InformatikerInformatiker würden übrigens ihren kleinen Finger hergeben. Hat die Slashdot rausgefunden. Eher noch jedenfalls als irgend einen anderen Finger. Zumindest zu 46 Prozent. Richtig, genau dafür gibts Statistiken. Browser gibts überigens vor allem zum Benutzen von Peer-To-Peer-Plattformen. Deswegen ist im norwegischen Opera-Browser, Version 8.02, jetzt ein BitTorrent-Client integriert. Nein, sagt Christen Krogh, Operas Vize-Chefingenieur, wir wollen Leute nicht zum Copyrightverletzen ermuntern.

Das besorgen ja schon die Musikkonzerne, indem sie steif und fest behaupten, das nicht-kommerzielle, private Verbreiten von Musik über das Internet sei mit dem Diebstahl einer materiellen Sache gleichzusetzen. Obwohl in den Gesetzestafeln unserer abendländischen Zivilisation Diebstahl immer als "Wegnahme" definiert ist und nichts mit einer etwaigen unautorisierten Verbreitung zu tun hat.

Die grösste Bedrohung für die Verbreitung, in unserem Fall von Information, ist aber neben den Einschränkungen der Pressefreiheit durch die US-Justiz die Einschränkung der Presse durch den Sommer auf der Nordhalbkugel unseres Planeten. Weil es nämlich in Nordamerika grade so heiss ist, müssen die Nordamerikaner ihre Klimaanlagen aufdrehen (die Pressefreiheit können sie erst nach der nächsten US-Präsidentenwahl wieder aufdrehen). Da fliesst also der gesamte Strom hin. Deswegen werden die Server von mehr als 30 US-Zeitungen ohnmächtig und können maximal Text anzeigen, aber keine Anzeigen. Das wird teuer.

Aber zurück zum Thema. Hier ist der Link zu einem Script, das auf einfachen Klick Titel für imaginäre "Penner Pornofilme" generiert. Sowas passt doch zum Ruf dieser... Informatiker. (fe)

Juli 7, 2005 in WeltWeitesWirrWarr | Permalink | Kommentare (9) | TrackBack

06. Juli 05

Der offizielle Quengelverein

Cryingbaby Heute morgen um 5:00 Uhr stand der Berufswunsch meiner kleinen Tochter wieder mal fest: sie möchte die Sirene auf einem Polizeiwagen sein. Aber bitte auf einem amerikanischen: die sind lauter. Nicht, dass sie hungrig wäre - sie hat gerade mal was gekriegt. Aber so ist das mit den Bälgern. Wenigstens ist es ein ordentlicher, durchdringender Schrei, der die „Regierung" zuhause aufweckt, damit die dann irgendwas tut - egal was. Aber die Kleine will gehört werden. Und wenn sie nur schreit, weil sie müde ist, aber nicht schlafen will…

Ein schreckliches Balg namens Bitkom ist noch unentschlossener - und quengelt nur. Was es quengelt und was das bringt? Hmmm, klicken Sie mal weiter..

Das schreckliche Balg namens Bitkom ist noch unentschlossener als meine Kleine - es quengelt die ganze Zeit, und keiner hört zu. "Määääh", "blöööök", "spuck!". Das muss frustrierend sein.

Bäh, die blöde Regierung! Liest man die Pressemitteilungen der Bitkom, weiß man: Die Großen sind sooo dooof…. Aber dann kämpft das Kind auch noch mit sich selbst. Wie die Kinder haben die Bitkom-Mitlieder miteinander darum gekämpft, ob sie einen neuen Präsidenten wollen. Sogar die Financial Times hat einen großen Artikel gebracht über den möglichen neuen Chef. Gut eingefädelt - oder toll, wie die Kleinen spielen!.

Am Ende sind sie aber doch brav - und wählen einstimmig denselben alten Boss, der politisch wohl kaum Einflussmöglichkeiten hat oder nutzt. Hauptsache warnen und fordern, egal, wer gerade an der Macht ist. Es ist ja so bequem - Kinder gehen eben immer den Weg des geringsten Widerstandes.

Meine Kleine schläft jetzt endlich wieder. Vielleicht träumt sie von amerikanischen Polizeiwägen. Und der kleine Bitkom träumt auch - von neuen Eltern… oder besser noch, einem reichen Onkel, der ihm alles gibt - auch die Ideen, die ihm selber noch fehlen! Nennt den Onkel dann "Innovationsminister". Was haben wir gelacht! Dies Kiddies machen unser Leben richtig amüsant.

Bitkom träumt jetzt und quengelt dabei weiter. Meine Kleine wacht auf - und kriegt auch ohne Quengeln, was sie braucht. Sie hat das chinesische Sternzeichen Affe (gilt als willensstark). Das unterscheidet sie von dem Affentheater, das in Zusammenhang mit IT und Politik gemacht wird. Aber mit etwas Glück werden beide Äffchen irgenwann mal erwachsen. Das hoffe ich jedenfalls.. (mk)

Monkichi4

Juli 6, 2005 in Weichware & Nichtwelt | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack

04. Juli 05

Bill Gates will kein Borg sein

Nein, sagte Bill zum Reporter der Technology Review, implantierte Computerchips, das will er nicht haben. Obwohl das bald technisch möglich sein wird. Bald wird diese Technik Blinden helfen, zu sehen und Gehörlosen das Hören wiedergeben. Aber er selber sei ganz zufrieden, damit dass er hier sei und der Computer dort. Diese Ankündigung, berichtet von Rohan Sullivan, wirft nun das Weltbild einer ganzen Generation über den Haufen, die Herrn Gates als Chef-Borg und Ober-Assimilator sehen. Dieser Vergleich ist nun wieder zurückgeworfen ins Reich der Metaphern, mit Schläuchen und Drähten im und am Kopf wird man Sir William in absehbarer Zeit genausowenig antreffen wie im Innern zu gross geratener weltraumgängiger Würfel. Aber der Microsoft-CEO wusste noch mehr zu visionieren...

Zum Beispiel, dass das Keyboard noch lange nicht ausgedient hat und etwa durch reine Sprachsteuerung ersetzt werden könnte. Richtig, möchte man da begeistert ausrufen! Den ganzen Tag vor dem Bildschirm sitzen und "W-A-S-D" swie "STRG" und "Leertaste" zu murmeln, wer will das schon? Ganz zu schweigen von Tastenkombinationen oder Mausrad-Aktionen, da wäre das nächste Counter-Strike-Match ein vorprogrammiertes Fiasko. Die Wissenschaft hat schliesslich festgestellt, dass die Augen und Gehirne von Gamern nicht anders als die normaler Menschen sind. Nur schneller. Bill weiss anscheinend, wovon er spricht.Topicms

Ebenso wie sein Freund Steve Ballmer, der abwiegelt und von einem Krieg Microsofts gegen Google abrät. Im Gegenteil, er mahnt zu Geduld. Google, so sagt der Microsoft-Chef mit dem Gebrauchtwagenhändler-Charme, Google ist sowieso völlig überbewertet und wird bald platzen. Das Internet, sagt er weiter, steht jetzt da, wo der PC 1985 stand. Und alles werde sich sowieso bald völlig ändern. "It is going to be about music, it is going to be about video, is it going to be about the internet, it is going to be about email, it is going to be about voice", soll Steve herumgeschrien haben, will man den Berichten der anwesenden Journaille glauben. Sähe ihm zumindest ähnlich.

Genauso wie es der Nasa ähnlich sieht, für dicke Steuergeldmillionen automobilgrosse Raumsonden ins Weltall zu hieven, die dann ihrerseits kühlschrankgrosse Projektile auf unschuldige Kometen abschiessen, um dort fussballfeldgrosse Krater zu hinterlassen. Hat mal jemand vorher nachgesehn, ob der Komet jemandem gehört? Oder ob er bewohnt ist? Dass es sich nur um ein sinnloses Stück Weltraummüll handelt, wird als selbverständlich angenommen. Unzählige SciFi-Filme handeln davon: das kann schwer nach hinten losgehn, Leute!

Genauso wie die Idee, dass die Weitergabe einer Kopie irgendwas mit Diebstahl zu tun hätte. Statt möglichweise mit dem urheberrechtlich verankerten, ausschliesslichen Recht auf Verbreitung der betreffenden schöpferischen Leistung mit Hilfe elektronischer Medien. Dieser hartnäckig verbreitete (aktiv geförderte)  Irrtum bringt Millionen von Musikern um ihr sauer verdientes Einkommen, weil er verhindert, dass ich als privater Musikverbreiter Lizenzgebühren bezahlen kann für mein Tauschbörsen-Angebot "meine 100 Lieblingssongs zum Download". Wo ist die GEZ, wenn man sie mal braucht? Warum denken Bootsektor-Leser, ich würde nur immer nur Faktenauflistungen verfassen und nie Metatexte? Kann mir das mal einer beantworten? (fe)

Juli 4, 2005 in Weichware & Nichtwelt | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack