« Dezember 2006 | Start | Februar 2007 »
30. Januar 07
Vista DRM erfolgreich ausgehebelt
Jetzt, da es auch die Mainstreampresse mitkriegt, wie unverfroren Microsoft im neuen Vista mit der informationellen Selbstbestimmung seiner Kunden umgeht, lohnt es sich doch, auf den erfolgreichen Vista DRM Crack zu verweisen. Richtig, das Restriktionsmanagement unter der Flagge Hollywoods wurde von einem führenden freien Programmierer umgangen.
Über die Probleme mit dem fremdgesteuerten Windows Vista hatte ich ja schon berichtet. Um so amüsierter war ich, als ich dann Wochen später im Mainstream davon lesen konnte. Die ausführliche Antwort von Microsoft auf das Gutachten von Peter Gutmann habe ich natürlich gelesen. Was die Konzernschergen zur Verteidigung anführten, fand ich aber nicht wirklich beeindruckend. Jetzt ist das Ganze aber sowieso Vergangenheit, weil ein Experte gezeigt hat, dass sich das DRM auch prima umgehen lässt. Was somit alle anderen auch können.
Alex Ionescu ist einer der Schöpfer von ReactOS und ansonsten international anerkannter Coder. Er erläutert in seinem Blog durchaus ausführlich, dass die Microsoft-typischen Schwächen des Windows-Programmkerns Wege zur Umgehung des Restriktions-Managements schaffen. Und wenn diese Wege versperrt werden, öffnen sich neue. Was bedeutet das? Es wird in Kürze inoffizielle Patches ("Cracks") geben, die High-Definition-Filme auf Windows-PCs ohne Kopierschutz nutzbar (und kopierbar) machen. War abzusehen, oder? Natürlich wird das dann verboten sein, und alle (oder zumindest Zig Milllionen) werden es trotzdem machen. Dann ist es nicht einmal mehr nötig, den AACS-Key aus dem Datei-Header des Films auszulesen (wie im Crack von Muslix64), dann genügt ein einfacher Windows-PC.
Der Traum der Traumfabrik von traumhaften Profiten durch HD- und BlueRay-Filme ist damit ausgeträumt. Endgültig. Omeingott! Und jetzt noch eine wirklich schlimme Nachricht: Wie PR-Inside schon zu Anfang dieses Monats herausfand, hat Harrison Ford letztes Jahr 20 Millionen wirklich grosse britische Pfund ausgeschlagen. Die ihm George Lucas angeboten hatte. Wenn er noch mal die Rolle des charmanten Weltraumschurken Han Solo übernimmt. In einem eigenen Kinofilm. Aber nein. Statt dessen will er lieber nochmal diesen schlapphütigen Indiana Jones spielen. Ich hätte fast geheult, als ich das hörte.

Han Solo, von Jabba Ballmer in Vista-Carbonit gegossen, vor der Auslieferung an die Hollywood Handelsföderation.
Zum Glück fällt mir da spontan ein Ausspruch voll orakelhafter Weisheit aus dem Munde des Apple-Führers Steve Jobs ein: "Meine Freundin lacht immer beim Sex. Ganz egal, was sie gerade liest." Das sollte uns doch zu denken geben. Wichtige Dinge des Lebens und so. Um Vista und AACS kümmern sich ja schon erfolgreich die globalen Chef-Pinguine. Wofür ich auch sehr dankbar bin. [fe]
Januar 30, 2007 in PC vs. Copyright | Permalink | Kommentare (5) | TrackBack
28. Januar 07
Die Weltherrschaft der Bots
Auf dem aktuellen World Economic Forum in Davos gab es ausser den üblichen Beteuerungen, dass alles besser würde, auch ein paar gegenteilige Reden zu hören. Vincent Cerf zum Beispiel, der Papa des Internet, warnte uns vor der Weltherrschaft der Roboter. Der Bots, genauer gesagt, und dass ihnen ein Viertel des Web schon gehört. Bill Gates in seiner charmanten Art legte noch einen drauf.
Das gesamte Internet bestünde im Moment aus etwa 600 Millionen Computern, erklärte Vincent Cerf auf dem WEF. Und 150 Millionen seien an Botnets angeschlossen. Also infiziert und in einen elektronischen Zombie-Zustand versetzt. Jederzeit bereit, ohne Wissen ihrer Besitzer Spam zu verschicken, Kinderpornofilme weiterzuleiten oder zahlungsunwillige Konkurrenzfirmen aus dem Web zum bomben. Und zehn bis zwanzig GigaBit pro Sekunde, das schätzte die Computersicherheits-Firma Arbor Networks im September, können Botnetze immer aufbringen. Das reicht, um jede Website abzuklemmen. Wie letztes Jahr am Beispiel der Antispammer von Blue Security zu sehen war, die man inzwischen nicht mehr anklicken kann.
Bill Gates war ebenfalls auf dem WEF zu vernehmen. Klar. In fünf Jahren, so der Ex-Microsoft-Chef, würde Fernsehen revolutioniert werden. Durch das Internet. Nun kann er damit nicht wirklich an einen späten Erfolg seiner Videospiele-Initiative (Xbox Live) gedacht haben, da die Xbox360 auch in zweiter Generation (zur alten Xbox) knallrote Zahlen schreibt. Im letzten Vierteljahr waren's 289 Millionen US-Dollar miese. Und die Umsatzerwartungen mussten auch korrigiert werden. Nach unten. Soll das dann heissen, dass wir in fünf Jahren extra bezahlen müssen, damit im Fernsehen was anderes zu sehen ist als immer nur dieselben pixeligen, russischen Hardcorepornostreifen? Weiss Bill etwas, was wir nicht wissen? Oder will er uns nur was vorflunkern, so wie bisher immer?
So zur Ablenkung, während Microsoft heimlich die Weltherrschaft über das Internet an sich reissen will. Zumindest das European Committee for Interoperable Systems (ECIS) ist ganz sicher, dass dieser teuflische Plan im unterirdischen Hauptquartier in Redmond ausgeheckt wurde. Wahrscheinlich mit unter-meerischen, blasenförmigen Fenstern in der couchsessel-bestückten Schaltzentrale, so dass man ab und zu den Haien beim Spielen zusehen kann. Oder war das ein anderer Film? Einer, in dem so etwas wie "Wintermute" vorkam? Wobei ich denke, dass die Botnets uns mehr Ärger machen werden als so 'ne erwachende KI ("10001001GÄHN1110010"). Vor allem, weil die planetaren Behörden, Militärs, Wissenschaftler und Geheimagenten ihre ganze Zeit mit selbsterfundenen Terrorismus-Märchen verplempern. Und dümmerem.

Weltherrschaft der Roboter, jetzt auch als T-Shirt.
Ok. Bis hierhin alles lustig. Das Problem dabei ist nur, dass ein Viertel aller PCs weltweit vom organisierten Verbrechen kontrolliert wird. Und dass unsere selbstzufriedenen Ordnungskräfte ihre Zeit mit der Durchsetzung überflüssiger Regelungen verschwenden, so dass die ganze Verantwortung auf den Schultern einiger weniger engagierte Bürger ruht. [fe]
Januar 28, 2007 in WeltWeitesWirrWarr | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack
26. Januar 07
Second Life gegen Siemens und Telekom
Der aktuelle Internet-Lieblingshype der Blätterwaldbewohner und Tageszeitungsleser ist nicht etwa World of Warcraft, das von einem Promille der Weltbevölkerung gespielt wird, oder MySpace, das der Hälfte aller US-Amerikaner zum Enthüllen ihres Privatlebens dient, sondern Second Life, die 3D-Partywelt im Cyberspace. Und ausgerechnet die soll ein einziger grosser Betrug sein?
Der Journalist Randolph Harrison betreibt das Weblog Capitalism 2.0, das vom Rest der Welt ungefähr so stark frequentiert wird wie euer Lieblings-Bootsektor. Am Dienstag hat er seinen Beitrag "SecondLife: Revolutionary Virtual Market or Ponzi Scheme?" gepostet, und damit einigen Wirbel verursacht. Das beliebte Tor zur Nichtwelt (für US-Intellektuelle, Cybersexsüchtige, Script-Kiddies sowie dich und mich) sei nämlich nichts anderes als ein Schneeball-System, ein Ponzi-Betrug, ein Pyramidenspiel, das nur deshalb virtuelle Millionäre wie Anshe Chung hervorbringt, weil rund zwei Millionen kostenloser Einmalbesucher sowie die etwa 10.000 dauerhaften Bewohner echtes, mit Schweiss und Tränen verdientes Geld hineinpumpen. Daher, so folgert Harrison, sei die virtuelle Volkswirtschaft von der Grösse Guinea-Bissaus (220 Millionen US-Dollar pro Jahr) nichts anderes als ein künstlich befeuerter, ökonomischer Heissluftballon, der seinem baldigen Absturz geradezu entgegenfiebert. Und dann natürlich, dem grossen Vorbild Charles Ponzi folgend, Tausende, wenn nicht Millionen braver Bürger mit ins Verderben reisst.
Gut. Lassen wir diese Analyse einmal kurz auf uns wirken, und ignorieren dabei Schreihälse wie Stephen Hutcheon vom Sydney Herald, der in einem Artikel vom 17. Januar schreibt, Anshe Chung hätte die wirtschaftliche Grundlage für ihre jenseitiges Immobilien-Imperium als "exotische Masseuse", "Escort-Service" und "Cybersex-Lehrerin" gelegt. Die Anshe Chung Studios im chinesischen Wuhan werden als Cyber-Sweatshop dargestellt, nicht weit von World-Of-Warcrafts Goldfarmern oder Eve-Onlines Macrominern. Stephen, jetzt mal unter uns: was soll das? Gibt’s da ein Problem in deinem Privatleben, über das du sprechen möchtest? Meinetwegen soll Frau Chung (die im Privatleben anders heisst) dort im Digital-Nirvana machen, was sie will. Dafür ist es doch da. Und dafür, ein Abbild unserer "Wirklichkeit" zu liefern. Damit wir diese besser verstehen.
Um also nochmal auf Randolph zurückzukommen: richtig erkannt. Genau so funktioniert unsere Wirtschaft. Nur erhalten die Second-Life-Bewohner wenigstens ein bischen Spass für ihre verschleuderten Taschengelder, anders als im Fall der Volksaktien von Siemens oder der Telekom. Da ist das Geld dann wirklich weg, wenn die Blase platzt. Und zwar im Umtauschverhältnis 1:1, und nicht 1: 300 (das ist der Kurs der Second-Life-Währung "Linden Dollars").
Der Autor dieser Zeilen beim Besuch des virtuellen Urlaubsparadieses.
Der Preis eines Lebens im Online-Elysium ist der ständige Spam, der einem unablässig Angebote macht, über welche man in der Anwesenheit Minderjähriger gar nicht sprechen möchte. Bootsektor wäre aber nicht eure bevorzugte Quelle für Lifestyle-Tipps und Lebenshilfe, wenn es zu diesem Thema nicht noch ein ernsthaftes "Don't try this at home" mit ins Wochenende gäbe. Mozart nämlich, der im Aquatopia in Antwerpen lebt und nach allgemeiner Übereinkunft zu den Iguanas zu zählen ist, erhielt eine internet-affine Dosis Viagra. Nach über einer Woche ist die Wirkung noch nicht abgeklungen, das betreffende Organ wird jetzt wegen beginnender Infektion operativ entfernt. "Das macht ihm gar nichts aus", versichert sein Betreuer Luc Lambrecht. Alles klar, Stephen, Randolph? Oder muss ich ins Detail gehen? [fe]
Januar 26, 2007 in Weichware & Nichtwelt | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack
25. Januar 07
Die Copyright Befreiungskriege
Angesichts der aktuellen Zahlen können wir schon in diesem Jahr mit kriegerischen Auseinandersetzungen rechnen. Wegen des Copyright-Ungleichgewichts. Bisher stellt die Kontrolle über "geistiges Eigentum" ein labiles Gleichgewicht zu Einfuhren von Rohstoffen und Industrieprodukten her. Das kann sich schnell ändern. Sehen wir uns zunächst ein paar Weltkarten an.
Ein Artikel auf dem Blog des kanadischen Juristen Michael Geist brachte mich auf die Seiten von Worldmapper, wo harte, trockene Statistiken anschaulich als Weltkarten dargestellt sind. Ich will hier nicht alle zeigen, sondern nur einige wenige, die das weltweite Copyrightproblem deutlich machen.
Hier sehen wir die Länder in Relation zu ihrem Lizenz-Einnahmen. (Ein Klick auf das Bild öffnet eine grössere Ansicht in einem neuen Fenster.) In den gross gezeigten Ländern wird mehr Geld durch die Verwertung von Schutzrechten erzielt. Die hier kleinen Länder spielen in der Lizenzökonomie kaum eine Rolle. Die USA, Japan und einzelne Länder in Europa erhalten dagegen sehr viel Geld aus der Kontrolle über Copyright und andere Leistungsschutzrechte.
Nächstes Bild: Hier sehen wir, wer an Royalties verdient, oder falsch un in begriffen der Copyright-Industrie ausgedrückt "wer geistiges Eigentum exportiert". Vor allem die USA. Ein wenig auch Grossbritannien. Noch weniger, wenige andere.
Zum Vergleich: wer "importiert" nichtmaterielle Güter? Überraschend: der grösste "Importeur" ist Irland. Der Grund dafür ist die "wirtschaftsfördernde" EU-Politik, die Irland mit Steuerersparnisse beschenkt und daher zum idealen Importfenster multinationaler Firmen in die EU wird.
Bei der Frage nach den "Exporten" von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen erhält man ein anderes, aber nicht weniger verstörendes Bild: Grossbritannien, Schweiz, Deutschland und Luxemburg sind die Standorte der wichtigsten Banken und Versicherungen.
Um die Verhältnisse zurecht zu rücken: das ist die Karte der Weltbevölkerung: je mehr Einwohner, desto mehr Fläche in dieser Darstellung. (Auch hier: Ein Klick auf das Bild öffnet eine grössere Ansicht in einem neuen Fenster.)
Meldungen des Tages: Der Norwegische Verbraucherschutz will Apple iTunes wegen Umgehung von Verbraucherrechten für illegal erklären, alternativ muss FairPlay für andere Geräte geöffnet werden, andere europäische Staaten wollen mitziehen. US-Amerikaner sind überzeugt, dass das Herunterladen von Filmen aus Tauschbörsen (40 %) nicht so schlimm sei wie Parken in einer Feuerwehreinfahrt (59%) und lange nicht so schlimm wie das Klauen der Film-DVD im Laden (78%). Siemens wird von der EU zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 420 Millionen Euro verdonnert, wegen illegaler Preisabsprachen beim Stromanlagenbau. Siemens will dagegen klagen. Die "Windows Genuine Advantage" Überprüfung auf die Legalität einer Windows-Installation hat nach Angaben von Microsoft "unter einem Prozent False Positives". Das wären bei rund 500 Millionen Windows-Nutzern weltweit etwa 5 Millionen, deren Rechner in naher Zukunft den Dienst verweigern.
Schönen Abend noch, euer [fe].
Januar 25, 2007 in PC vs. Copyright | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack
24. Januar 07
BootsektorTV 28: Killerspiele? Alle veraltet!
Die aktuelle Killerspielediskussion leidet vor allem an ihrer Vergangenheitsorientierung. Was da als bedenklich, schlimm und verurteilungswürdig empfunden wird, kann mit modernen Entwicklungen einfach nicht mithalten. Heute zeigen wir die Archer & Wesson XT-9000 Plasmawaffe im Einsatz. Nur bei Bootsektor. [fe]
Zur Erklärung:
Archer & Wesson ist eine der beiden Waffenmarken in Neocron, XT 9000 heisst in Wirklichkeit der Cruise Missile Launcher, den ich grade in meine Typhoon eingebaut habe, in Eve-Online.
Killerspiele? Jederzeit! Bevorzugt UT 2004. Onslaught. Aber das sagte ich schon.
Januar 24, 2007 in Videos | Permalink | Kommentare (7) | TrackBack
23. Januar 07
Das Ende der Datenträger-Ära 2
Was gestern im Teil 1 beschrieben wurde, klingt zumindest dystopisch (Bootsektor-Lesern nicht unvertraut) und nach dem Niedergang eines Teils unserer Kultur. Die Gründe für die Revolution der Medien-Distributions sind aber auch für das Durchtrennen des gordischen Knotens da: Wenn die bekannten Wege unpassierbar werden, benutzt man eben neue.
Die gegenwärtige Alternative zu Medienprodukten mit vom Distributor kontrollierten Preisen ist der freie Zugang. Eine wachsende Anzahl von Kreativen veröffentlicht ihre Produkte zum Nulltarif via Internet. Das bringt zwar kein Geld, hat aber für den Veröffentlichenden den Vorteil, die Kontrolle über die eigene geistige Leistung nicht abgeben zu müssen. Eine nach wie vor wachsende Anzahl von Konsumenten nutzt beliebige Medienprodukte zum Nulltarif. Der malerische Begriff "Internetpiraterie" kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die technische Entwicklung dem Konsumenten alle Freiheiten in die Hand gegeben hat. Und dass sich diese Entwicklung nicht mehr umkehren lässt. Zieht man diese beiden Linien weiter über die Zeitskala, dann führen diese zum Zusammenbruch der Publishing-Industrie. Für Text, Musik, Video.
Ist das so? Wir alle sind uns darüber einig, dass wir weiterhin Kulturprodukte nutzen möchten, dass also Kulturschaffende durch eine angemessene Form der Entlohnung am Leben erhalten werden müssen. Unklar ist hierbei allerdings die Rolle der Distributoren: welche Rollen können Verlage noch spielen, wenn die Distribution an ihnen vorbei verläuft?
Bisher werden nicht-materielle Güter, also Informationen, noch nach einer Datenträger-Metapher verkauft. Ein Download entspricht damit einem Zeitungsartikel, einem Song, einem Video, und er trägt das Preisetikett, das der Distributor draufgeklebt hat. Weitergabe in welcher Form auch immer ist im Preis eingeschlossen, oder geschieht auch gegen den Willen des Distributors.
Nachdem bereits seit Jahren Agenturen wie BigChampagne in Los Angeles Tauschbörsenbenutzung beobachten und daraus wichtige und von der Industrie teuer bezahlte Analysen erstellen (wo sonst erfährt man, was der Musikfan wirklich will?), ist der nächste Schritt zum Bezahlungssystem der Zukunft schon sichtbar: Eine Organisation, die in der Form einer breit angelegten Stichprobe ermittelt, was wirklich aus dem Web geladen oder dort getauscht wird. Auf der Basis dieser Zahlen lassen sich dann relativ einfach die Ausschüttungen an die Urheber ermitteln. Zum Beispiel aus den Pauschalabgaben auf Wiedergabegeräte, Leermedien - oder Internetanschlüsse. Dieses System käme dem Ideal einer "gerechten" Verteilung sehr nahe, hat aber einen Schönheitsfehler: es operiert an den bestehenden Vertriebsstrukturen vorbei. Naheliegend, dass die Nutzniesser der bisherigen Distributionsweise alles tun werden, um diese Neuerung zu verhindern. Das wird nichts daran ändern, dass ein Vergütungssystem für Publikationen unter Creative-Commons und ähnlichen Lizenzen eingeführt wird. Von den Teilnehmern solcher offener Verwertungsketten, von den Kreativen und den Konsumenten.
Die Medienindustrie, wie wir sie kennen, hat keine andere Möglichkeit, als sich angesichts abnehmender Umsätze nach dem alten Modell dieser Art der Verrechnung anzuschliessen. Für Text, Musik, Video. Die immer wichtiger werdenden interaktiven Medien zwischen MMOGs, Online-Poker und virtueller Shopping Mall verfügen dagegen über funktionierende Abonnementmodelle, die so lange anwendbar bleiben, wie die jeweiligen virtuellen Welten voneinander getrennt sind. Ein "Internet für Avatare" wird dann wiederum per Pauschalabgabe und Nutzerinteresse abgerechnet werden. Nur eines kann ich nicht sagen: ob diese Revolution 2020 oder erst 2050 abgeschlossen sein wird. Aber das werden wir ja sehen. [fe]
Januar 23, 2007 in PC vs. Copyright | Permalink | Kommentare (6) | TrackBack
22. Januar 07
Das Ende der Datenträger-Ära 1
Publishing, also das Geld verdienen durch den Vertrieb von Informationen war lange nicht mehr so spannend, und so schwierig, wie im aktuellen Jahrzehnt. Ich behaupte folgendes: die technische Weiterentwicklung von Datenträgern hat einen Punkt erreicht, der unsere Kultur in einem ähnlich hohen Mass verändern wird wie der Buchdruck. Das klingt etwas hoch gezielt, nicht wahr? Ich werde deshalb im folgenden zeigen, wie ich zu dieser Überzeugung gelangt bin.
Buchdruck war insofern eine Revolution des Publishing, als Information durch die massiv niedrigeren Herstellungspreise weit mehr Empfängern zugänglich war als noch kurz zuvor mit Datenträgern wie handschriftlichen Pergamenten oder gemeisselten Steintafeln. Die allgemeine Verfügbarkeit (relativ zu buch-losen Vergangenheit) führte zum Zerfall von Informationsmonopolen, zur Blüte der Wissenschaften, zu Aufklärung und Vernunft (das ist die Kurzversion, ja?). Buchdruck blieb für Jahrhunderte die vorherrschende Form der Datenspeicherung, was sich an der Text-Fixierung unserer Kultur ablesen lässt. Nicht beschreib- und formulierbares verlor an Anerkennung, nicht-sprachliche Fähigkeiten traten in den Hintergrund (auch hier findet derzeit eine Revolution statt: Videogames). Im frühen 20sten Jahrhundert gelang es, Datenträger für Töne in industriellen Verfahren herzustellen: Musik, die ja bereits reichlich vorhanden war und untrennbar zu unserer Kultur gehört, wurde in der Form eines Tonträgers zum Produkt der Publishing-Industrie. Filme dagegen, obwohl zur selben Zeit verfügbar, blieb durch die monopolisierte Verwertungskette vom Aufnahmestudio bis zum Kino in der Hand weniger Firmen, die prompt zum Ziel früher Kartellverfahren wurden.
Fastforward: Heute, im Jahr 2007, passt die gesamte Musiksammlung oder wahlweise Filmbibliothek eines medienkonsumierenden Bürgers (oder die Buchstaben-Bibliothek einer ganzen Stadt) auf eine Festplatte von der Grösse eines "antiken" Taschenbuchs. Die Übertragung von einer Festplatte auf eine andere findet in überschaubarer Geschwindigkeit statt. Selbst wenn sich die zweite Festplatte nicht auf Armesweite, sondern in Neuseeland oder Alaska befindet, dauert die Weitergabe eines Films oder einer Wochenration Musik via Internet nur Minuten.
Diese beiden Entwicklungen, wiederbespielbare Datenträger von TeraByte-Grösse und Internetübertragungen von MegaBytes pro Minute, bedrohen unmittelbar das bisherige Geschäftsmodell der Publisher. Das hat Steve Jobs so erfolgreich erkannt und dadurch seine Firma Apple in die nächste industrielle Generation katapultiert. Wer braucht noch Text, Musik, Video auf separaten, unhandlichen und teuren Datenträgern, wenn alle Information und Unterhaltung, die man jemals benötigt, auf den transportablen Speicher passt (und dessen Sicherheitskopie ins heimische "antike" Bücherregal)? Die hektische Antwort der Publishing-Industrie: Verhindert die Kopie! Durch die Forderung nach gesetzlichen Verbote als auch die Einführung von Digitalem Restriktions Management (das ja tatsächlich keine Rechte, sondern Einschränkungen managt). Ähnlich haben die "Markt-Monopolisten" jener Ära vor dem Buchdruck reagiert, und mit vergleichbaren Folgen. In beiden Fällen ist das zugrunde liegende Missverständnis: das Markt-Monopol erstreckt sich tatsächlich nur auf die Herstellung und den Vertrieb von Datenträgern, nicht aber auf die enthaltene Information selbst. Einen Sonderfall stellt die Filmindustrie dar, die ja die beinahe gesamte Verwertungskette ihrer Produkte kontrollierte (was die Musikindustrie erfolglos zu kopieren versuchte), bis sie von den Kartellbehörden zur Trennung von den Kinos gezwungen wurde.
Im selben Umfang, wie Informationen gegen freie Speicherung und Weitergabe abgesperrt werden, treten Alternativen in den Vordergrund. Eben weil sich die Marktmacht der bisherigen Publisher nicht auf den Inhalt, sondern nur auf einzelne, massengefertigte Datenträger bezieht. Diese Entwicklung genügt nicht, um die Umsätze bisheriger Medienprodukte auf Null sinken zu lassen. Aber sie verhindert ein weiteres Wachstum dieser Industrie, und aufgrund zyklischer Schwankungen sogar zu leichtem Rückgang für begrenzte Zeit in begrenzten Regionen. Man darf hier durchaus von einer ernsten Krise sprechen, denn schliesslich zeigt sich ein bisher bewährtes Vermarktungsmodell zusehends als überholt. Und Nullwachstum ist bekanntlich das Schlimmste, das einem börsennotierten Unternehmen zustossen kann. [fe]
Weiter geht’s im morgen im Teil 2.
Januar 22, 2007 in PC vs. Copyright | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack
19. Januar 07
Perversion der Marktmacht
Für eine entspannte Freizeit auf der Wohnzimmercouch leisten sich viele eine moderne Videospielkonsole ohne Betriebssystemprobleme und Sicherheitsrisiken. Zum Beispiel die neue Playstation 3, die in den USA schon erhältlich ist, und dort zu unerwarteten Problemen führt. Mit HDTV, mit HDMI und HDCP. Sobald man nachfragt, tut sich ein Dschungel auf. Heute: Zwei erschreckende Beispiele zur aktuellen Entwicklung.
Die Kollegen vom US-Magazin Popular Mechanics testeten eine neue Sony Playstation 3 an einem neuen Westinghouse HD-TV. Bei manchen neuen Spielen setzte der Ton aus und der Bildschirm begann zu blinken, was der Entspannung definitiv abträglich ist. Ein Bericht darüber führte zu zahlreichen Leserreaktionen, anscheinend ist dies ein verbreitetes Problem.
Auf Nachfrage bei Sony erhielten die Populärmechaniker den Tipp, mit einer bestimmten Tastenkombination den Videoausgang zu resetten, was das Blinken zwar beendete, aber nie für lange. Also setzten sich die Tester mit dem Chef der HDMI-Lizenzgesellschaft, (HDMI ist das Videoformat von HD-TV) Leslie Chard, in Verbindung, der das Problem bestätigte und über Inkompatibilitäten beim HD-Kopierblocker HDCP klagte. Ein Anruf beim Chef der HDCP- Lizenzgesellschaft Digital Content Protection, Steve Balough, ergab, dass zwei Geräte in einer HDTV-Verbindung einen gültigen HDCP-Schlüssel austauschen müssen, damit eine funktionierende Verbindung entsteht. Interessant, aber all das löste nicht das Problem.
Mehr wusste allerdings Klaus Libor, der Monitor Produktmanager beim TV-Hersteller Westinghouse. Die beiden Geräte, so erklärte er, könnten sich nicht in der vorgeschrieben kurzen Zeit auf einen Schlüssel einigen, was zu den bekannten Problemen führt. Rey Roque, der Vizepräsident für Marketing bei Westinghouse, empfahl ein kostenloses Firmware-Upgrade des Fernsehgeräts durch einen Techniker. Die Reporter von Popular Mechanics fanden heraus, dass sich ein solches Upgrade auch ohne Techniker mit einem USB-Stick durchführen lässt. Ohne passendes Firmware-Upgrade hilft nur, den Netzstecker zu ziehen, damit sich beide Geräte wieder beruhigen.
Das ist nur eines der Probleme mit dem Film-Kopierblocker für hochauflösende Fernsehgeräte. Oder, genauer gesagt, mit der der schleichenden Zerstörung des Urheberrechts.
Ein anderes Beispiel: am vergangenen Dienstag drang ein SWAT-Team in das Tonstudio des bekannten Rap-Künstlers und Remixers Tyree Simmons (DJ Drama) in der Walker Street 147 in Atlanta ein, beschlagnahmte die Aufnahmegeräte und Musikinstrumente, 81.000 Tonträger und vier Autos. Er und ein Mitarbeiter sitzen nun im örtlichen Gefängnis, die Anschuldigung lautet auf Bildung einer kriminellen Organisation. Sein Verbrechen: er stellte seit Jahren Mixtapes (bzw. Mix-CDs) “For Promotional Use Only” her, aus CDs und unveröffentlichten Studio-Aufnahmen, die er von von anderen Künstlern und deren Plattenlabels erhielt. Er galt als wichtiger Verteiler der schnellen Rap-Szene und sorgte für den Aufstieg mehrerer heute bekannter Musiker. Die Promoter von Musikfirmen gingen bei ihm ein und aus, sein eigenes Album wird noch in diesem Jahr auf Atlantic Records erscheinen. In den Augen der Musiklobby RIAA verletzte er allerdings das Alleinvertriebsrecht der Musikkonzerne. Dieser Argumentation folgte anscheinend auch die Polizei von Atlanta.
Beide Beispiele beschreiben die selbe Entwicklung: eine Gruppe von Medienkonzernen versucht, mit dem Scheinargument der "Piraterie" sämtliche Vertriebskanäle für Film und Musik unter Kontrolle zu bringen. Das ist eine Entwicklung, die tatsächlich unsere Kultur bedroht, die Rechte der Konsumenten und auch die Rechte der Urheber, also der Künstler.
Ich fordere daher: Schluss mit der schleichenden Zerstörung des Urheberrechts. Statt dessen müssen die Rechte der Konsumenten wie auch der Urheber wieder gestärkt werden. Ein gesetzlicher Schutz von Kopierblockern wie auf Musik-CDs und Film-DVDs nützt niemandem ausser den Vertriebsfirmen. Ich fordere deshalb: Schluss mit der staatlichen Marktregulierung. Statt dessen müssen die Medienkonzerne dem freien Wettbewerb ausgesetzt und somit gezwungen werden, bessere Produkte zu kompetitiven Preisen entwickeln. Und ich fordere die Einführung einer Pauschalabgabe auf Internet-Zugänge, analog zur Geräte- und Leermedienabgabe. Eine solche Vergütung steht den Urhebern nach dem Urheberrecht nämlich zu, nur die Lobbyarbeit der Medien- und Telekommunikationsfirmen verhinderte das bisher. Ich fordere: Schluss mit dem Ausverkauf unseres Rechtssystems. Und ich beschuldige Politiker, die diesen Ausverkauf vorantreiben, der Korruption. [fe]
Januar 19, 2007 in PC vs. Copyright | Permalink | Kommentare (7) | TrackBack
17. Januar 07
iPod wichtiger als Sex
Eine Umfrage in Grossbritannien, durchgeführt im Auftrag des Preisvergleichdienstes 60207 von der Nürnberger GfK Gruppe, ergab bestürzende Zahlen. Gefragt wurde nämlich danach, ob man seinen Lebensabschnittsgefährten gegen ein hochmodernes Gadget wie iPod, HD-Fernseher oder Smartphone eintauschen würde. Wir prüfen diese Zahlen einmal nach.
Dreizehn Prozent der befragten Männer, aber nur sechs Prozent der befragten Frauen würden also für den Besitz eines angesagten Gadgets auf emotionalen Halt und ein geordnetes Sexleben verzichten. Dabei kam es zu der erwarteten Altersverteilung: waren unter den bis zu 24jährigen noch 17 Prozent von der Idee begeistert, so schätzten unter den verheirateten 55- bis 65-jährigen nur zwei Prozent das kalte Elektrospielzeug höher ein als die langjährig vertraute Gefährtin.
Bevor wir nun vor ungezügelten Entsetzensschreien in Atemlosigkeit verfallen, sollten wir den Blick auf die realen Verhältnisse richten: die massive Mehrheit findet ja die Beziehung wichtiger als coole neue Gadgets. Langweiler! Und ausserdem wurde die Studie in Britannien durchgeführt, wo die Mädels angeblich behaarte Beine, Gebissprobleme und frühzeitige Anzeichen von Bindegewebsschwäche aufweisen. Allerdings liegen mir hierzu keine harten Zahlen vor.
Exakt in diesem Zusammenhang drängt sich ein aktueller Bericht aus dem neuen EU-Mitgliedsland Rumanien in die öffentliche Aufmerksamkeit. Dort nämlich wollte der 36jährige Nelu Radonescu eine kosmetische Operation an seinen Hoden erhalten und begab sich daraufhin vertrauensvoll in die Hände des Chirurgen Naum Ciomu. Letzterer schien aber, Zeugenaussagen zufolge, unter erhöhtem Stress zu leiden, welcher sich während der Operation an Herrn Radonescus intimsten Körperteilen entlud. Vor den Augen der entsetzten Assistenten gingen dem Arzt sämtliche Nerven durch, worauf er mit einer energischen Skalpellbewegung den Penis abtrennte und ihn auf dem Operationstisch in kleine Stücke zerhackte. Anschliessend stürmte er aus dem Operationssaal des Bukarester Hospitals. Jetzt soll er 150.000 Euro Entschädigung bezahlen, was die rumänische Ärztekammer scharf kritisiert.

Tempel des heiligen rechten Backenzahns Buddhas in Kandy, Sri Lanka. Seit 1988 Weltkulturerbe.
Erfahrene Bootsektorleser beschleicht spätestens an dieser Stelle eine Ahnung: "Was will uns der Autor mit diesen Worten sagen?" Mir ist natürlich vollkommen bewusst, dass hier der Pfad zur Erleuchtung nicht für jeden ohne Mühe zu erkennen ist, und will euch daher ein Gleichnis erzählen: Als Buddha, der Erwachte, einmal einen blütenbedeckten Hain betrat, tat sich vor ihm die Vision einer elektronischen Medienwelt auf. In einem mythischen Land von über 80 Millionen Einwohnern liebten dessen Jugendliche (geschätzte 40 Millionen) ohne Ausnahme das Spiel am Computerbildschirm, wo sie mit grosser Freude und ohne Reue bunte Pixel auf einander schleuderten. Nun verschaffte sich aber einer der 40 Millionen eine echte Schusswaffe und tötete damit echte Menschen, worauf einige der Würdenträger dieses mythischen Landes das Verbot des beliebten Spiels forderten. Der Siddharta Gautama hielt in seinem Schritt ein, nickte, lächelte, tat den Mund auf und sagte nur ein einziges Wort: "Vollidioten". Worauf er ein Glöckchen anschlug und seinen Weg fortsetzte. [fe]
Januar 17, 2007 in WeltWeitesWirrWarr | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack
16. Januar 07
Killerspiele: EU findet Lösung
Die Justiz- und Innenminister der EU-Staaten trafen sich gestern und heute in Dresden und berieten dort über die angemessene Behandlung der Bürger. Was das diese Selbst-Zelebrierung von 65 europäischen Ministern plus 260-köpfigem Hofstaat gekostet hat, wollen wir an dieser Stelle gar nicht wissen. Die Killerspieldebatte hat aber einen neuen Gipfelpunkt erreicht: "Wir haben keine direkte Kompetenz und suchen sie auch nicht."
Das wurde ja wirklich selten so klar formuliert: "Wir haben keine direkte Kompetenz". Und dass dazu kommt: "...und suchen sie auch nicht." Vielen Dank an den Sprecher des EU-Justizkommissars Franco Frattini. Auch ohne Kompetenz soll aber die aktuelle deutsche EU-Ratspräsidentschaft dazu verwendet werden, einen Überblick über die verschiedenen nationalen Regeln zu erhalten, und die Ergebnisse dieses Bemühens via Internet zu veröffentlichen.
Die deutschen Regeln zur Altersbeschränkung der Mediennutzung, so zeigte sich auf dieser Konferenz, sind härter als sonst irgendwo in der EU. Das mag daran liegen, dass Deutschland in der Vergangenheit in weit höherem Mass als andere EU-Partnerstaaten Konzentrationslager errichtete, um darin bedeutende Teile der eigenen Bevölkerung abzuschlachten. Oder zumindest bedeutende Teile der Nachbarländer als natürlichen Lebensraum der deutschen Wehrmacht zu betrachten. Irgendwie muss es ja erklärbar sein, dass unsere nationalen Gewaltpolitiker... ich meine, Rechtspopulisten, einen solchen Horror bei der Betrachtung von rein virtuellem Schusswaffengebrauch empfinden, artikulieren oder zumindest vorheucheln.
Killerspiele im Internet: Das könnte ihr Kind gewesen sein.
Allerdings, so schränkte die deutsche Bundesministerin für Justiz und Verlagskonzern- interessen, Brigitte Zypries ein, müsse man sich dem europäischen Vergleich stellen. Bei den Altersbeschränkungen, wie ich erklärend hinzufügen möchte. Die dann gegebenenfalls auf gesamteuropäisches Niveau zurück-nivelliert werden. Ebenfalls nicht unbestätigt lassen möchte ich die Beobachtung der geschätzten Bootsektor-Leserschaft, die bereits scharfsichtig erkannt hat, dass die Überschrift dieses Beitrags im Widerspruch zum Inhalt steht, da die EU auch in diesem Fall nicht den Schatten einer Problemlösung produziert hat. Das gebe ich freimütig zu und distanziere mich damit gleichzeitig von Gemüse-Einwickelpapier-Bedruckern wie der Kölnischen Rundschau, die steif und fest behauptet: "Ein Verbot von Killerspielen und Gewaltvideos findet immer mehr Befürworter."
Falsch, sage ich da, ich höre nämlich immer die selbe Stimme. Irgendwann ist Herr Beckstein auch heiser, und dann verstummen die Forderungen plötzlich. Wetten, Herr Innenminister, dass es genau so läuft? Topp, die Wette gilt, und der Verlierer bezahlt dann das gemeinsame Weisswurstfrühstück vor der KZ-Gedenkstätte in Dachau. Oder, falls ihnen das zeitlich besser passt, gleich im schönen Oberndorf am Neckar, in der Betriebskantine des schwäbischen Traditionsbetriebs Heckler & Koch. [fe]
Januar 16, 2007 in Weichware & Nichtwelt | Permalink | Kommentare (7)

