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27. Juli 07

Alkohol im Weltall

Ein gerade veröffentlichter interner Bericht der NASA enthüllt, dass US-Astronauten regelmässig sturzbetrunken zum Start erschienen. Passiert ist nie etwas. Ebensowenig wie bei der Jahrhundertflut auf den britannischen Inseln, in der letzten Stellungname des Papstes zum Thema Kreationismus oder nachdem bekannt wurde, dass Bootsektor jetzt auch in Arabien zunehmend gelesen wird.

Eigentlich gab's mal die Faustregel: 12 Stunden zwischen Flasche und Düse. Das heisst, Sternenpiloten der Vereinigten Amerikanischen Weltraum Einheiten mussten 12 Stunden vor dem offizielle Starttermin aufhören, sich zuzuschütten. Hat sich aber kaum einer dran gehalten, wie jetzt vor kreidebleichen US-Senatoren enthüllt wurde. Ich finde, wir sollten froh sein, dass diese Jungs nur Mondraketen steuerten. Und keine Öltanker.

Problematischer dagegen die Meldung, dass man vor dem Start der Endeavour-Raumfähre in deren Laderaum ein sabotiertes Bauteil für die Internationale Raumstation entdeckte. Ob da nur Alkohol im Spiel war, oder etwa fanatisierte Die-Erde-Ist-Flach-Fundamentalisten, lässt sich so von aussen nicht feststellen.

Gerade jetzt, wo Seine Heiligkeit überraschenderweise zur Mässigung aufgerufen hat. Sieht ihm gar nicht ähnlich. Aber nein, die Streiterei zwischen Vertretern von Vernunft, Wissenschaft und Evolution auf der einen, und Anhängern des Kreationismus und Buchstabismus auf der andereren Seite sei eine Absurdität. Evolution und Glaube könnten doch koexistieren. Und, so fuhr er fort, die menschliche Rasse müsse lernen, auf "die Stimme der Erde zu lauschen", um nicht vernichtet zu werden. Ob sich hier der Kreis zu oben erwähnten Astronauten schliesst, konnte bis zum Redaktionsschluss dieses Beitrags nicht geklärt werden.

Erste Anzeichen des Nicht-Hinhören-Wollens mit nachfolgender Flutkatastrophe fanden sich dieser Tage auf den britischen Inseln, als ausgerechnet dort eine Flutkatastrophe Hunderttausende von Untertanen ihrer Majestät bedrohte. Bewundernswert kühl die Reaktion der Briten: Keine Toten. Kein Problem.

So viel Besonnenheit wünscht man sich heute öfter. Selten genug findet ein Top-Manager so eindeutig zu Verstand wie der Datenschutzbeauftragte der Firma Google, Peter Fleischer. Er forderte die Abschaffung der Krawatte, weil sie ja die Blutzirkulation zum Gehirn behindere. Ausserdem sollten Geschäftsleute ruhig zu ihrer bäuchigen Figur stehen. Das gehe am besten in T-Shirts.

Bootsektor_in_arabienEinen weiteren Beitrag zu Vernunft, Weltfrieden und Völkerverständigung liefert der von euch so geschätzte Bootsektor. Wie eine Überprüfung der Bootsektor-Referrer ergab, wird dieses Weblog auch in Arabien gerne gelesen. Ein entsprechender Google-Such-Referrer ist hier abgebildet (mit für zum Draufklicken). Ich bin sicher, der Betreffende wurde durch das unerwartete Ergebnis seiner aufklärerischen Aktion mit einer breiten Palette an neuen Denkimpulsen konfrontiert. Und allein das wäre doch schon ein Grund zum Feiern. Schickes Weekend allerseits. Und immer an die Nasa-Astronauten denken. [fe]

Juli 27, 2007 in WeltWeitesWirrWarr | Permalink

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Kommentare

Wie können Systeme die sich grundsätzlich gegenseitig ausschließen denn friedlich koexistieren? Da ist mir der Papst doch mal wieder etwas zu weltfremd. Ist ja aber auch nicht das Erste Mal für ihn.

Kommentiert von: Engelsstaub | 27.07.2007 14:08:36

@ Engelsstaub
Nö, da ist der Papst nicht weltfremd. Was soll denn deiner Meinung nach passieren? Den beiden Systemen bleibt gar nichts anderes übrig als friedliche Koexistenz.
Es sei denn unser lieber Benedikt ruft einen heiligen Kreuzzug im Namen der Schöpfungslehre aus ;)

Kommentiert von: Guselpommes | 27.07.2007 16:01:55

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