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25. August 08

Daten sicherer als Rente

Bundesdatensicherheitsminister Wolfgang Schäuble betonte im Interview mit der Bildzeitung (wo sonst?), staatlich gesammelte Daten wären sicherer als privat gesammelte, und auch sicherer als im Ausland. Wo sie ja zwangsläufig landen, wie Kritiker einwenden. Deswegen bauen staatlich finanzierte Grosskonzerne auch an Allesdatensammlern. Weil man sich ja keine Sorgen machen muss. Wie man in der Bildzeitung nachlesen kann.

Nein, ich verlinke nicht auf das Originalinterview in der Bild. Brrr. Googelt selber, wenn ihrs unbedingt lesen wollt. Interessant aber, dass wir eine Linkspartei brauchen (die mit freundlich lächelnden Männern wie Oskar Lafontaine und Gregor Gysi und Umfragewerten von 14 %), die darauf hinweist, dass gerade die real existierende Bundesregierung um grossen Stil Daten ins Ausland exportiert, zum Beispiel an befreundete Geheimdienste und andere Regierungsstellen, von wo aus sie dann im Müll landen. Wie gerade schon wieder in Grossbritannien, wo ein USB-Stick mit 60.000 Komplett-Identitäten aus der Hosentasche einer privaten Firma verschwand. Die für das dortige Innenministerium arbeitet. Wie jetzt? Privat? Staatlich? Naja, der überwiegend staatlich querfinanzierte Grosskonzern Siemens, das schwarze Loch der Korruption in der porentief weissen Weste deutschen Unternehmertums, hat ein Gerät namens "Intelligence Platform" entwickelt, dass die Datensammelarbeit ganzer Spezialistenteams übernehmen kann, einschliesslich Datamining und Mustererkennung. Am Problem der "false positives" wird noch gearbeitet. Inzwischen wurde die Siemens Datenkrake an 60 Nationen in Europa, Asien und anderswo verkauft. Wenns eine Gitarre wäre, müsste sie "Siemens Holocaster" heissen, oder? Zwei Dinge noch, in Kürze.

Ihr habt gemerkt, dass grade sensationell wenig Artikel im Bootsektor zu lesen stehen. Wisst ihr, am Ende des Tages ist der Bootsektor eine kommerzielle Publikation, und das Budget und damit die Anzahl der Artikel wird vom Verlag bestimmt. Aber weil ich so derartig viele krude Sachen finde beim Surfen, hab ich ein neues, privates Blog angefangen, das ich dann parallel zu Bootsektor, Gizmodo, Inquirer mit den besonders kranken Meldungen befülle: 11k2 Was? Wie? Elf-ka-zwei!. So heisst das.

Und hier noch ein unqualifizierter Kommentar zur staatlichen Datenverwaltung: Lernt ihr erstmal, ordentliche Kanalisation zu bauen (via Fail). Cheers, Fritz.

August 25, 2008 in Scheinbare Sicherheit | Permalink

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Kommentare

Den Geysir fand ich toll!
Und dein neues Blog auch xD

Kommentiert von: crosbow | 25.08.2008 17:34:34

Iiiks... du hast dieses Schundblatt eine Zeitung genannt. Schaem dich was! :-P

Kommentiert von: Norman | 26.08.2008 22:39:15

Das mit dem in England verschwundenen Datenstick ist echt lustig. Ich denke dämnächst gibt es eine Webseite, welche für den jeweiligen "Job" ein maßgescheidertes Team in abhängigkeit von "Qualifikation und Erfahrung" der kriminellen Mitbürger vermittelt.

Kommentiert von: Waller | 28.08.2008 15:02:58

Die Filmindustrie könnte das Thema aufgreifen. Z.B. wenn James Bond im nächsten Film mal die Folgen eines verschlampte USB-Sticks ausbügeln müsste
und dabei dann einfach mal einen Fingerabdruckscanner per Fingerabdruckatrappe austrickst während die bösen Jungs das mit einem abgeschnittenen Finger tun.
Das könnte auch Leute erreichen, die sich die Nachrichten nur wegen der Wettervorhersage ansehen.

Kommentiert von: Daniel B. | 29.08.2008 09:06:24

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